Von Sebastian W.
Die Unternehmenswebseite ist tot – es lebe die Unternehmenswebseite! Zumindest, wenn wir bereit sind, sie nicht länger als digitale Pflichtübung zu betrachten, sondern als das, was sie wirklich ist: ein lebendiger, dynamischer Ausdruck dessen, wer wir als Unternehmen sind, wofür wir stehen und wohin wir wollen. In einer Zeit, in der „Passionate Changes, Sustainable Future“ nicht nur ein Slogan, sondern eine Notwendigkeit ist, wird die Frage, wie wir unsere digitale Präsenz gestalten, zur Frage nach unserer unternehmerischen Identität selbst.
Doch die Realität sieht oft anders aus: Viele Unternehmen behandeln ihre Website wie eine digitale Visitenkarte – funktional, basis-informativ, aber austauschbar. Ein paar schöne Bilder, blumige Texte, eine Produktliste, vielleicht ein Kontaktformular. Fertig. Dabei verpassen sie eine der wichtigsten Chancen unserer Zeit: die Möglichkeit, Wissen zu vermitteln, ihre Geschichte zu erzählen, ihre Werte zu transportieren und eine echte Verbindung zu den Menschen herzustellen, die für ihren Erfolg entscheidend sind – Kunden UND Mitarbeitende.
Die zwei Seiten einer Medaille: Außensicht und Innensicht
Eine Unternehmenswebseite hat zwei primäre Zielgruppen, die oft übersehen oder ungleich behandelt werden: diejenigen, die von außen kommen (potenzielle Kunden, Partner, Investoren), und diejenigen, die bereits Teil des Unternehmens sind oder es werden wollen (Mitarbeitende, Bewerber, Talente).
Die Außensicht: Mehr als nur „Was wir verkaufen“
Die meisten Websites beherrschen die Außensicht leidlich gut. Sie zeigen Produkte, Dienstleistungen, Fachkompetenz, Referenzen. Sie erklären, was das Unternehmen tut und warum man dort kaufen sollte. Das ist wichtig und richtig – aber es ist nur die halbe Wahrheit.
Denn potenzielle Kunden wollen heute mehr wissen als nur „Was bekomme ich?“ Sie wollen verstehen: Wer steht dahinter? Was treibt dieses Unternehmen an? Kann das Unternehmen mein Informationsbedürfnis stillen? Welche Werte vertritt es? Teilt es Wissen mit anderen? Wie geht es mit seinen Menschen um? Gerade in einer Zeit, in der Konsumentscheidungen zunehmend wertebasiert getroffen werden, wird diese Tiefe zum Wettbewerbsvorteil.
Ein Restaurant, das nur seine Speisekarte zeigt, mag Hunger stillen. Eines, das seine Geschichte erzählt, seine Leidenschaft für regionale Zutaten teilt, sein Team vorstellt, das die Gerichte mit Hingabe zubereitet – das schafft eine emotionale Verbindung. Das wird zum Erlebnis, nicht nur zum Essen.
Die Innensicht: Die unterschätzte Dimension
Hier wird es interessant – und hier hapert es bei den meisten Unternehmen gewaltig. Die Innensicht, die Kommunikation nach innen, zu aktuellen und potenziellen Mitarbeitenden, wird oft sträflich vernachlässigt. Viele Websites haben eine Karriereseite mit Stellenanzeigen. Punkt. Mehr nicht.
Dabei ist die Website gerade für die Mitarbeitergewinnung und -bindung ein unterschätztes Instrument. Wir erleben es täglich in Branchen, wie der Gastronomie, der Pflege, bei KMUs, der Physiotherapie und selbst bei „Hidden Champions“: Ein chronischer Mangel an Fachkräften, ein ständiger Kampf um Talente. Und was zeigen die Websites? Schöne Teller, moderne Behandlungsräume, neueste Geräte. Aber wo sind die Menschen, die das alles zum Leben erwecken?
Ein konkretes Beispiel: Die Gastronomie
Nehmen wir ein typisches Restaurant. Die Website zeigt: edle Fotos von kunstvoll angerichteten Speisen, stimmungsvolle Aufnahmen des Ambientes, vielleicht ein Video vom Weinkeller. Was fehlt? Das Team. Die Köchin, die mit Leidenschaft experimentiert. Der Sommelier, der seine Expertise teilt. Der Service, der den Unterschied zwischen einem guten und einem großartigen Abend macht.
Und dann wundert man sich, warum niemand in der Küche arbeiten will? Vielleicht, weil potenzielle Bewerber auf der Website nicht sehen, dass sie Teil von etwas werden könnten, das größer ist als „nur ein Job“. Sie sehen keine Kultur, keine Werte, kein Team, zu dem sie gehören möchten. Sie sehen eine Speisekarte.
Arztpraxen und Therapiezentren: Ähnliches Muster
Auch im Gesundheitsbereich ist dieses Muster weit verbreitet. Eine Physiotherapie-Praxis stellt ihre Behandlungsmethoden vor, zeigt moderne Ausstattung, erklärt Öffnungszeiten. Aber wer arbeitet dort? Was macht diese Praxis zu einem Ort, an dem man nicht nur behandelt wird, sondern an dem Menschen gerne arbeiten? Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es? Wie ist die Arbeitsatmosphäre? Welche Werte prägen den Umgang miteinander?
Arztpraxen, die unter Ärztemangel leiden, präsentieren sich mit hochauflösenden Bildern ihrer Wartezimmer – aber nicht mit den Menschen, die dort täglich Heilung, Hoffnung und Menschlichkeit praktizieren.
Weitere Branchen mit ähnlicher Problematik:
- Handwerk: Websites zeigen fertige Projekte, aber nicht die Meister, Gesellen und Azubis, die sie erschaffen haben
- Einzelhandel: Produkte im Fokus, Team im Hintergrund – dabei macht der persönliche Service oft den Unterschied
- Bildungseinrichtungen: Curricula sind wichtig, aber wer sind die Lehrenden? Was macht die Lernkultur aus?
- Technologie-Unternehmen: Features und Funktionen dominieren, aber wer sind die kreativen Köpfe dahinter?
Die Konsequenz? Potenzielle Mitarbeitende finden keine (sinn- und erfüllungsstiftende) Identifikationsfläche. Sie sehen keinen Grund, sich emotional mit dem Unternehmen zu verbinden. Und in einem Arbeitsmarkt, in dem Talente wählen können, ist das ein fataler Fehler.
Warum die Teamvorstellung so wichtig ist
Eine authentische Teampräsentation auf der Website macht aus abstrakten Stellenanzeigen konkrete Menschen, mit denen sich Bewerber identifizieren können – sie zeigt nicht nur „Was wir suchen“, sondern „Wer wir sind“ und signalisiert: „Hier könntest auch du dazugehören.“ Menschen bewerben sich nicht bei Unternehmen, sie bewerben sich bei Menschen, und wenn potenzielle Talente sehen, dass ein Team divers, engagiert und greifbar ist, senkt das die psychologische Hürde der Bewerbung erheblich. Gleichzeitig stärkt die Sichtbarkeit des Teams auch die Bindung bestehender Mitarbeitender: Wer auf der Website präsentiert wird, fühlt sich wertgeschätzt, gesehen und als integraler Teil des Unternehmens – nicht als austauschbare Ressource im Hintergrund.
Website als Identität: Warum digitale Präsenz mehr ist als Marketing
Hier kommen wir zum Kern: Eine Unternehmenswebsite ist nicht einfach nur ein Marketinginstrument. Sie ist ein Ausdruck der Unternehmensidentität, ein Spiegel dessen, was das Unternehmen im Innersten ausmacht.
Vision, Mission, Werte: Transparenz als Währung
In einer Zeit zunehmender Skepsis gegenüber Unternehmen ist Transparenz (und Haltung) zur wertvollsten Währung geworden. Menschen – ob als Kunden oder als potenzielle Mitarbeitende – wollen wissen, wofür ein Unternehmen steht. Nicht in Marketing-Floskeln, sondern in ehrlichen, greifbaren Aussagen.
Eine Website, die Vision, Mission und Werte klar und authentisch kommuniziert, schafft Vertrauen. Sie sagt: „Das sind wir. Das ist uns wichtig. Dafür stehen wir ein.“ Das ist kein nettes Extra, sondern essenziell für die Identitätsbildung.
Aber Achtung: Es muss echt sein. Werte, die auf der Website stehen, aber im Unternehmensalltag nicht gelebt werden, sind schlimmer als gar keine Werte. Sie sind eine Einladung zum Zynismus, ein Vertrauensbruch in Zeitlupe.
Die Website als kultureller Kodex
Die Art und Weise, wie eine Website gestaltet ist, welche Sprache sie verwendet, welche Geschichten sie erzählt – all das sendet Signale über die Unternehmenskultur. Ist die Sprache formell oder locker? Sind die Bilder gestellt oder authentisch? Werden Fehler eingestanden oder verschwiegen? Gibt es Raum für Persönlichkeit oder herrscht Corporate Sterilität?
Eine Website ist, ob man will oder nicht, ein kultureller Kodex. Sie sagt: „So sind wir. So denken wir. So kommunizieren wir.“ Und kluge Menschen – ob Kunden oder Talente – lesen diesen Kodex sehr genau.
Nachhaltigkeit: Nicht nur grün, sondern zukunftsfähig
Wenn wir bei AKAYO von „Sustainable Future“ sprechen, meinen wir nicht nur ökologische Nachhaltigkeit (obwohl auch die wichtig ist – dazu gleich mehr). Wir meinen vor allem: Zukunftsfähigkeit, Langlebigkeit, strategische Weitsicht.
Technische Nachhaltigkeit
Eine nachhaltige Website ist technisch solide gebaut, skalierbar, wartbar und sicher. Sie ist kein digitales Wegwerfprodukt, das nach zwei Jahren komplett neu gemacht werden muss, weil sie auf veralteten Technologien basiert oder so schlecht strukturiert ist, dass Änderungen unmöglich sind.
Nachhaltige Web-Entwicklung bedeutet:
- Zukunftssichere Technologien: Standards verwenden, die nicht morgen obsolet sind
- Modulare Architektur: Komponenten, die sich anpassen, erweitern und aktualisieren lassen
- Performance-Optimierung: Schnelle Ladezeiten, effiziente Code-Strukturen
- Barrierefreiheit: Zugänglichkeit für möglichst alle Menschen, unabhängig von Einschränkungen
- Datensouveränität: Volle Kontrolle und Entscheidungsgewalt darüber, wo Daten gespeichert, verarbeitet und wofür sie verwendet werden
- Transparenz: Abhängigkeiten von Externen und Drittanbietern offenlegen
- Mobile-First: Responsive Design, das auf sämtlichen Geräten funktioniert
Inhaltliche Nachhaltigkeit
Aber Nachhaltigkeit betrifft auch den Content. Eine Website sollte nicht statisch sein, sondern leben, wachsen, sich verändern – so wie das Unternehmen selbst. Das erfordert:
- Ein Content-Management-System, das intuitiv ist: Mitarbeitende müssen Inhalte selbst erstellen und pflegen können
- Eine klare Content-Strategie: Wer erstellt was, wann, wie oft?
- Authentizität statt Perfektion: Lieber echte, aktuelle Inhalte als perfekte, aber veraltete
Ökologische Nachhaltigkeit
Ja, auch Websites haben einen CO2-Fußabdruck. Serverfarmen verbrauchen Energie, Datenübertragungen erzeugen Emissionen. Eine nachhaltige Website minimiert diesen Impact durch:
- Optimierte Bilder und Videos: Weniger Datenvolumen, schnellere Ladezeiten
- Effiziente Code-Strukturen: Weniger Rechenleistung nötig
- Green Hosting: Server, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden
Das ist nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch ökonomisch: Schnellere Websites haben in der Regelbessere Conversion-Rates und bessere SEO-Rankings.
Die DIY-Falle: Wenn Selbermachen teurer wird als die professionelle Umsetzung
In den letzten Jahren beobachten wir einen Trend, besonders bei Start-ups und kleinen Unternehmen: Man macht die Website selbst. Baukastensysteme wie Wix oder Squarespace mit Drag-and-Drop-Editoren machen es technisch möglich. Und auf den ersten Blick klingt es verlockend: Warum Tausende für einen Profi ausgeben, wenn man es selbst hinbekommt?
Die Antwort ist komplex, aber wichtig.
Die versteckten Kosten von DIY
1. Zeit ist Geld
Ja, ihr könnt lernen, eine Website zu bauen. Aber während ihr YouTube-Tutorials schaut und mit HTML-, CSS- und JavaScript-Code kämpft, könnten ihr euer Kerngeschäft vorantreiben. Die Zeit, die ihr in eine mittelmäßige Website investiert, fehlt euch für Kundenakquise, Produktentwicklung, Teamführung.
2. Sicherheit ist kein Add-on
Eine Website ist ein potenzielles Einfallstor für Cyberangriffe. Professionelle Entwickler kennen Sicherheitsstandards, implementieren SSL-Zertifikate korrekt, halten Software aktuell, führen regelmäßige Backups durch. Ein Sicherheitsvorfall – Datenverlust, gehackte Kundendaten, Website-Ausfall – kann euer Unternehmen viel Geld kosten und eure Reputation nachhaltig schädigen.
3. DSGVO und rechtliche Fallstricke
Datenschutz ist komplex. Cookies richtig einbinden, Datenschutzerklärungen korrekt formulieren, Consent-Management implementieren – das sind keine Trivialitäten. Verstöße gegen die DSGVO können mit empfindlichen Bußgeldern geahndet werden. Profis kennen diese Anforderungen und setzen sie rechtskonform um.
4. Professionelles Design vs. „Es sieht doch ganz gut aus“
Design ist nicht Dekoration, sondern Kommunikation. Professionelle Designer verstehen Typografie, Farbpsychologie, User Experience, strukturelle Informationsarchitektur. Sie wissen, wie man Nutzer durch eine Seite führt (Stichwort: „Informationsreise Websitebesucher“), wo Calls-to-Action platziert werden, wie man Vertrauen durch visuelle Elemente aufbaut. Eine selbstgebaute Website mag „okay“ aussehen – aber „okay“ ist in einem wettbewerbsintensiven Markt zu wenig.
5. Text ist nicht gleich Text
Ja, es gibt zweifelsohne unter den DIYs Menschen mit einem guten „Textverständnis“. Das Problem: Ein Websitetext unterscheidet sich sehr häufig von einem normalen Marketingtext. Websiteinhalte haben eigne Spielregeln, müssen anders formuliert werden – sie sind einfach nicht mit denen eines Werbeflyers vergleichbar. Und wenn ein Websitetext nicht „haftet“, dann ist er auch nichts wert.
6. SEO und Auffindbarkeit
Eine schöne Website, die niemand findet, ist nutzlos. Suchmaschinenoptimierung ist eine Wissenschaft für sich und gerade in Zeiten von KI basierten Suchen wird sie nochmals komplexer. Profis wissen, wie man Meta-Tags optimiert, strukturierte Daten einfügt, interne Verlinkungen strategisch setzt, Ladezeiten minimiert – all die Faktoren, die Google und Co. berücksichtigen.
7. Skalierbarkeit und Wartung
Was passiert, wenn Ihre Website wachsen muss? Mehr Produkte, neue Funktionen, Integration mit anderen Systemen? DIY-Lösungen stoßen schnell an Grenzen. Und wer kümmert sich um Updates, Bug-Fixes, Kompatibilitätsprobleme? Oft niemand – bis etwas kaputtgeht.
Sparen am falschen Ende
Die Ironie: Viele, die anfangs aus Kostengründen selbst bauen, zahlen am Ende mehr. Entweder, weil sie nach ein bis zwei Jahren doch einen Profi beauftragen müssen (und die dann ein chaotisches System aufräumen muss), oder weil versteckte Kosten – Sicherheitsvorfälle, verlorene Leads durch schlechte UX, DSGVO-Bußgelder – die vermeintlichen Einsparungen um ein Vielfaches übersteigen.
Natürlich gibt es Ausnahmen. Ein technikaffiner Gründer, der Web-Entwicklung als Hobby betreibt, kann durchaus eine solide Basis schaffen. Aber für die meisten Unternehmen gilt: Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie am besten können, und lassen Sie Profis tun, was diese am besten können.
KI als Helfer: Möglichkeiten und Grenzen
Die Verfügbarkeit leistungsfähiger KI-Tools hat die Website-Erstellung demokratisiert. Tools können jetzt Texte schreiben, Bilder generieren, Code produzieren. Ist professionelle Hilfe damit obsolet?
Was KI gut kann
KI ist hervorragend für bestimmte Aufgaben:
- Content-Generierung: Erste Entwürfe, Inspiration, Variationen
- Bildmaterial: Generierung von Stock-Foto-Alternativen
- Code-Unterstützung: Basis-Funktionen, Fehlerbehebung, Vide-Coding
- SEO- und GEO-Optimierung: Keyword-Recherche, Meta-Beschreibungen, Text-Strukturierung, Themen-Schwerpunkte
- Übersetzungen: Mehrsprachige Inhalte (mit menschlicher Überprüfung)
Wo KI an Grenzen stößt
Aber KI hat auch klare Limitationen:
- Authentizität: KI kann keine echte Unternehmensgeschichte erzählen, keine realen Werte vermitteln
- Strategie: KI kann nicht entscheiden, welche Story Ihr Unternehmen erzählen sollte
- Nuancen: Tonalität, kulturelle Sensibilität, Markensprache – das braucht menschliches Feingefühl
- Kreativität: Wirklich innovative, überraschende Lösungen entstehen (noch) nicht durch Algorithmen
- Rechtliche Sicherheit: KI kann keine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung garantieren
- Komplexe Funktionalität: Anspruchsvolle Features, maßgeschneiderte Lösungen
Die beste Kombination: Mensch + KI
KI ist ein mächtiges Werkzeug – aber eben das: ein Werkzeug. In den Händen von Profis, die wissen, wie man es einsetzt, wo es hilft und wo menschliche Expertise unersetzlich ist, kann KI Prozesse beschleunigen, Inhalte kritisch reviewen, fachlich unterstützen und Kosten senken. Als Ersatz für professionelle Arbeit ist sie (noch lange) nicht geeignet.
Design vs. Content: Was zählt wirklich?
Ein ewiger Streit in der Web-Entwicklung: Was ist wichtiger – Design oder Content?
Die Show-off-Falle
Wir alle kennen sie: Websites, die technisch beeindrucken. Aufwendige Animationen, Parallax-Scrolling, Video-Hintergründe, interaktive Elemente. Man staunt, klickt herum – und weiß danach immer noch nicht, was das Unternehmen eigentlich macht.
Das ist die Show-off-Falle: Form ohne Substanz. Design, das sich selbst feiert, statt dem Nutzer zu dienen. Es mag Awards gewinnen, aber es verkauft nicht, es bindet keine Talente, es schafft keine Verbindung.
Content is King – aber Design ist die Krone
Die Wahrheit ist: Beide Seiten haben recht. Ohne guten Content ist das beste Design leer. Ohne gutes Design wird auch der beste Content nicht wirken.
Content muss:
- Relevant sein: Die Fragen der Nutzer beantworten
- Authentisch sein: Die echte Story erzählen, nicht eine erfundene
- Wertvoll sein: Informieren, inspirieren, helfen
- Klar sein: Verständlich, präzise, ohne unnötiges Marketing-Blabla
Design muss:
- Den Content unterstützen: Hierarchien schaffen, Wichtiges hervorheben
- Vertrauen aufbauen: Professionell, kohärent, markenkonform
- Nutzerfreundlich sein: Intuitiv navigierbar, auf allen Geräten funktionierend
- Emotional wirken: Die richtige Stimmung erzeugen, ohne zu überladen
- Visuell ansprechend sein: Bilder und Grafiken sollten dabei unterstützen, den Inhalt strukturierter und verständlicher zu machen
Die beste Website ist die, bei der Design und Content so nahtlos ineinandergreifen, dass man nicht mehr unterscheiden kann, wo das eine aufhört und das andere anfängt.
Storytelling vs. Product-Selling: Der Unterschied zwischen „Kauf mich“ und „Versteh mich“
Hier liegt vielleicht der wichtigste Paradigmenwechsel der letzten Jahre.
Die alte Schule: Product-Selling
Traditionell waren Websites Verkaufsinstrumente. Sie zeigten Produkte, listeten Features, nannten Preise. Die Botschaft war: „Hier ist, was wir haben. Kauft es.“
Das funktioniert noch – für Commodities, austauschbare Produkte, reine Transaktionen. Aber sobald es um mehr geht, sobald Vertrauen, Beziehung, Identifikation eine Rolle spielen, reicht es nicht mehr.
Die neue Ära: Storytelling
Menschen kaufen nicht Produkte, sie kaufen Geschichten, Bedeutungen, Zugehörigkeit. Sie wollen verstehen: Warum gibt es dieses Unternehmen? Was treibt es an? Was bringt es mir? Welches Problem löst es – und warum ist das wichtig?
Storytelling bedeutet nicht, eine fiktive Geschichte zu erfinden. Es bedeutet, die echte Geschichte zu erzählen:
- Die Gründungsgeschichte: Warum wurde dieses Unternehmen gegründet?
- Die Mission: Welche Veränderung will es in der Welt bewirken?
- Die Menschen: Wer steht dahinter? Was motiviert sie?
- Der Mehrwert und Nutzen: Bei welchen Herausforderungen oder Problemen kann mir das Unternehmern weiterhelfen?
- Die Herausforderungen: Welche Hürden wurden überwunden?
- Die Werte: Wofür steht dieses Unternehmen, auch wenn es schwierig wird?
Der Unterschied in der Wirkung
Eine produktorientierte Website sagt: „Wir bieten Physiotherapie an.“
Eine Story-orientierte Website sagt: „Wir glauben, dass Bewegung Freiheit ist. Unsere Therapeuten – alle mit mindestens zehn Jahren Erfahrung – haben eine Leidenschaft: Menschen zu helfen, schmerzfrei zu leben. Hier ist die Geschichte von Maria, die nach einem Unfall dachte, sie würde nie wieder laufen können…“
Welche Website bleibt im Gedächtnis? Welche schafft eine emotionale Verbindung? Welche macht Lust, Teil dieses Teams zu werden oder Patient zu sein?
Ehrlichkeit schlägt Hochglanz: Warum Bescheidenheit überzeugt
In einer Welt voller Marketing-Superlative, in der jedes Produkt „revolutionär“ und jedes Unternehmen „führend“ ist, wirkt Ehrlichkeit erfrischend.
Die Glaubwürdigkeitskrise
Nutzer sind skeptisch geworden. Sie haben gelernt, Hochglanz-Marketing zu durchschauen. Perfekte Stockfotos, übertriebene Versprechungen, generische Testimonials – das erzeugt Misstrauen, nicht Vertrauen. Das gleiche gilt für bewusst verschwiegene Informationen bzw. fehlende Transparenz.
Was wirkt: Authentische Unperfektion
Websites, die ehrlich sind, die auch Schwächen zeigen, die nicht perfekt, aber echt sind, haben eine höhere Glaubwürdigkeit. Ein Team-Foto, auf dem Menschen lachen (auch wenn nicht alle perfekt in die Kamera schauen), wirkt authentischer als ein gestelltes Studio-Foto. Ein Gründer, der offen über Herausforderungen spricht, schafft mehr Vertrauen als einer, der nur Erfolge aneinanderreiht.
Bescheidenheit als Stärke
Es braucht Selbstbewusstsein, nicht perfekt zu sein. Es braucht Mut, zuzugeben: „Wir sind nicht für jeden die richtige Wahl, aber für die Richtigen sind wir genau richtig.“
Diese Art von Bescheidenheit – nicht als falsche Bescheidenheit, sondern als ehrliche Selbsteinschätzung – ist eine Stärke. Sie signalisiert: Wir wissen, wer wir sind. Wir müssen nichts vortäuschen. Und das ist überzeugender als jede noch so aufwendige Show.
Die Website als Kommunikationsmittel: Mehr als nur Information
Am Ende ist eine Website vor allem eines: ein Kommunikationsmittel. Und wie jede Kommunikation hat sie mehrere Ebenen.
Die sachliche Ebene
Ja, eine Website muss informieren. Was bieten wir an? Wie kann man uns erreichen? Was kostet es? Was ist alles im Angebot enthalten? Diese Basisinformationen müssen klar, vollständig und aktuell sein.
Die emotionale Ebene
Aber mindestens genauso wichtig: Wie fühlt sich diese Website an? Vermittelt sie Vertrauen oder Unsicherheit? Kompetenz oder Dilettantismus? Wärme oder Kälte? Diese emotionalen Signale werden oft unbewusst wahrgenommen, haben aber massiven Einfluss auf Entscheidungen.
Die relationale Ebene
Eine Website kommuniziert auch eine Beziehung. Begegnet sie dem Nutzer auf Augenhöhe oder von oben herab? Lädt sie ein oder stößt sie ab? Schafft sie Nähe oder Distanz? Werde ich von der Kompetenz überzeugt? Löst das Angebot meine Anforderungen?
Die Identitätsebene
Und schließlich: Eine Website sagt etwas über die Identität des Unternehmens. „Wir sind die, die…“ – dieser Satz wird durch jede Designentscheidung, jede Textzeile, jedes Bild vervollständigt.
Zusammenfassung: Die Website als strategisches Asset
Eine Unternehmenswebsite ist weit mehr als eine digitale Visitenkarte. Sie ist:
- Ein Identitätsmarker: Sie definiert, wer ihr als Unternehmen seid
- Ein zweiseitiges Kommunikationsinstrument: Sie spricht nach außen (zu Kunden) UND nach innen (zu Mitarbeitenden)
- Ein Recruiting-Tool: Sie zeigt, warum Menschen bei euch arbeiten wollen
- Ein Vertrauensanker: Sie schafft Glaubwürdigkeit durch Authentizität
- Ein strategisches Investment: Sie zahlt sich langfristig aus – wenn sie nachhaltig konzipiert ist
- Ein lebendiges Dokument: Sie wächst und verändert sich mit eurem Unternehmen
- Eine Informationszentrale: Sie strukturiert und teilt Informationen und vermittelt Wissen
Die Frage ist nicht, ob ihr eine Website brauchen. Die Frage ist: Welche Website brauchen ihr? Eine, die nur das Nötigste tut? Oder eine, die wirklich zeigt, wer ihr seid und sein wollt?
AKAYO: Euer Partner für nachhaltige digitale Identität
Bei AKAYO glauben wir an „Passionate Changes, Sustainable Future“. Das gilt auch für Websites. Wir unterstützen Unternehmen dabei, digitale Präsenzen zu schaffen, die:
- Authentisch eure Unternehmensidentität widerspiegeln
- Strategisch sowohl Kunden als auch Talente ansprechen
- Nachhaltig gebaut sind – technisch, inhaltlich und ökologisch
- Professionell alle rechtlichen und Sicherheitsanforderungen erfüllen
- Zukunftsfähig mit eurem Unternehmen wachsen können
Von der initialen Strategie über Konzeption und Design bis zur technischen Umsetzung und Content-Erstellung – wir begleiten euch auf dem Weg zu einer Website, die nicht nur schön aussieht, sondern wirklich wirkt.
Denn am Ende geht es nicht um eine Website. Es geht um Ihre Geschichte, Ihre Werte, Ihre Vision. Und diese verdienen es, professionell, authentisch und nachhaltig erzählt zu werden.
Lasst uns gemeinsam eure digitale Identität gestalten. Wir freuen uns auf das Gespräch.
AKAYO GmbH – Passionate Changes, Sustainable Future
